Projekt 2013

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Foto Brot für die Welt

 Fußball bringt Glück

Für Viele bedeutet das Jahr 2014 ein großes Fußballjahr, denn im Juni 2014 findet in Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft statt. Doch die Demonstrationen und landesweiten Proteste im Sommer diesen Jahres während des Confed-Cups haben gezeigt, dass der Glanz der Fußballgala bei weitem nicht allen Menschen in Brasilien zugutekommt. Eher werden die sozialen Missstände von den Vorbereitungen auf die WM noch verschärft werden. Zur Fußballweltmeisterschaft und zur Olympiade 2016 versuchen die Behörden, alle öffentlichen Anzeichen von Armut zu beseitigen. Sie verbannen Straßenkinder, Obdachlose und Drogenabhängige von der Straße. Doch sie bieten ihnen keine wirklichen neuen Lebensperspektiven.

 

Umso wichtiger sind Organisationen, die sich um Kinder und Jugendliche aus den Elendsvierteln kümmern. Eine davon, die unter der Abkürzung SERUA bekannt ist, hat ein Programm mit dem Titel „Kick in ein besseres Leben“ initiiert, das  mehr ist als nur sportliches Training. SERUA unterhält in Rio de Janeiro ein Zentrum, das Kinder und Jugendliche aus den Favelas von der Straße holt. Die Kinder und Jugendlichen erfahren hier verbindliche und liebevolle Unterstützung.

 

Einer von ihnen ist Gabriel. Wenn er Straßenfußball spielt, kann er eine Zeit lang vergessen, wie hart sein Leben in einem Armenviertel oft ist: Gabriel ist 13 Jahre alt und ist in der Favela Cerro Corá, einem Armenviertel, in Rio de Janeiro in Brasilien aufgewachsen. Hier erlebt er jeden Tag viel Elend und Gewalt. Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche wie ihn gibt es kaum.

 

Gabriel wurde als Baby vor einer Haustür in der Favela abgelegt, bis heute weiß er nicht, wer seine Mutter ist. Er lebt in einem kleinen, unverputzten Häuschen aus drei Zimmern zusammen mit bis acht anderen Menschen. Seine Adoptivmutter hat nur wenig Zeit für ihn, sie hat fünf eigene Kinder, deren Väter keinen Unterhalt zahlen und arbeitet als Putzfrau. Offiziell haben sie hier in der Favela keinen Strom, keine Busse, keine Schule und auch keine Polizei. Stattdessen regieren in vielen Favelas Drogenbanden, die mit Macht und Geld Jungen wie Gabriel von der Straße locken, um sie mit der Aussicht auf schnelles Geld für Drogen- und Waffenhandel sowie Schutzgelderpressungen anzuwerben.

 

Dass Gabriel heute Fußball spielt, statt Drogenkurier zu sein, ist einem seiner Brüder zu verdanken, der ihn vor sechs Jahren mit zu SERUA nahm. SERUA bietet den jungen Menschen Betreuung bei Hausaufgaben und beim Lernen an, aber auch Lektürekurse oder die Mitarbeitenden üben mit den Jugendlichen den Umgang mit dem Computer und Internet. Ein breites Sportangebot von Zirkus, Tanz und Fußball ermöglicht es den Kindern, sich in der sonst so engen Favela mit ihren schmalen Gassen und kleinen Häusern auszutoben. So bekommen sie Aufmerksamkeit und gesellschaftliche Anerkennung, die den Kindern aus den armen Familien sonst oft verwehrt bleibt. Das gemeinsame Lernen, aber auch das Fair Play im Sport bei SERUA verändern viele der Jungen und Mädchen. So wie Gabriel, der früher eher allein spielte, heute aber fröhlich ist und viele Freunde hat. Der einstige Problemschüler plant jetzt, sogar einmal zu studieren: „Hier fühle ich mich wohl. Immer weiß jemand einen Rat. Das ist wie eine zweite Familie“.

 

Brot für die Welt unterstützt die Arbeit von SERUA – damit noch viele Kinder mit Fußball ein Stück Glück finden.  Helfen Sie mit!