Informationen über den Friedhof

 Haupteingang zum Friedhof

 

  
 
 
Die Historie des Friedhofes
 
Der Scharmbecker Friedhof lag früher im Süden, Westen und Norden um die St. Willehadi Kirche
 - die erste Kirche wurde 850 aus Holz erbaut, dem ersten Bremer Bischof Willehad dem Heiligen gewidmet und war die älteste Kirche in der Region. Im Jahr 1150 wurde der Holzbau durch einen Neubau aus Feldsteinen ersetzt, die Turmmauern sind bis heute erhalten. Eine Erweiterung der Kirche wurde 1684/86 vorgenommen und ein kompletter Neubau entstand 1745/46 -
- und wurde daher auch  Kirchhof genannt. Er war mit einer Feldsteinmauer umgeben. Die beiden Haupteingänge, die bei Beerdigungen benutzt wurden, lagen im Norden und Süden. Außerdem hatte die Mauer verschiedene Durchlässe, sogenannte Stegel.
 
Ende des 18. Jahrhunderts war die Mauer baufällig geworden und man ersetzte sie durch eine neue, fünf Fuß hohe Einfriedung aus Oberkirchner Sandstein. Vor den beiden hölzernen Pforten brachte man breite eiserne Rosten an, um ein Durchlaufen des Viehs zu verhindern, wenn die Pforten offenstanden.
 
Als nach den Befreiungskriegen 1815 eine Hauptlandstraße von Burgdamm – heute zu Bremen gehörig – über Scharmbeck nach Cuxhaven gebaut werden sollte, kam die Idee auf, einen neuen Friedhof einzurichten. Die Gründung Bremerhavens im Jahr 1827 führte jedoch dazu, daß man den Plan fallenließ, weil nun der Bau einer Landstraße  von Burgdamm in gerader Richtung nach Bremerhaven erfolgte, die spätere Bundesstraße 6.
 
Doch es wurde immer deutlicher, dass der alte Kirchhof den Ansprüchen nicht mehr genügte. Obwohl seit der Gründung der Worpsweder Kirchengemeinde 1763 die Dörfer jenseits der Hamme  - bis dahin in St. Willehadi eingepfarrt – keine Beerdigungen in Scharmbeck mehr vornahmen, wuchs die Zahl  der Eingepfarrten um die Wende des 18. Jahrhunderts  von Jahr zu Jahr. Der Einwohnerzuwachs hatte sich so ausgewirkt, daß den Verstorbenen auf dem Scharmbecker Friedhof nach Berechnungen des Hofrates Kämme bei gewöhnlicher Belegung nur noch eine Ruhezeit von 13 Jahren gegönnt werden konnte.
Die Anlage eines neuen Friedhofes wurde daher notwändig. In Aussicht genommen wurde das Ackerland westlich von Steffens Gehölz - das Gebiet zwischen den heutigen Straßen Baustraße, Garteler Weg und Am Eichhof in Scharmbeck.
 
Doch gegen diesen Plan wehrten sich die Bewohner der Außendörfer, die zur Pfarre von St. Willehadi gehörten. Unter Hinweis auf die weiten, oft schlecht passierbaren Wege forderten sie Friedhöfe für die eigenen Dörfer oder zumindest für mehrere beieinander liegenden Dörfer.
Die Regierung trat dieser Forderung entgegen. Sie vertrat die Ansicht, daß die Gemeinschaft der Begräbnisse ein Zweig der Parochialverbindung (Parochie = Pfarrbezirk) seien und daß die Beerdigungen ein Teil der Seelsorge der ordentlichen Pfarrer darstellten, auf die sie wegen der kirchlichen Aufsicht und der Leichengebühren Anrecht hätten. Außerdem hatte man Sorge wegen der sachgemäßen Führung der Totenregister und der Innehaltung der Vorschriften bei Bestattungen von an ansteckenden Krankheiten befallenen Verstorbener. Außerdem bestünde die Gefahr heimlicher Beerdigungen.
Diese Gesichtspunkte erforderten die Beibehaltung der Begräbnisplätze am Kirchort und in der Nähe der Pfarrerwohnung.
Das Friedhofsprojekt in Steffens Gehölz wurde aus diesen Gründen fallengelassen und im Jahre 1831 kam es zur Einrichtung des Scharmbecker Friedhofes an der heutigen Langen Straße, ebenfalls in Scharmbeck.
 
Eines der alten eisernen Kirchhofstore fand am neuen Friedhof  Verwendung. Durch dieses Tor werden noch heute Verstorbene zur letzten Ruhe geleitet.
Das Tor führt auf den ältesten Teil des Friedhofes - Alter Teil genannt -, der zur Zeit nach und nach umgestaltet wird, da die zur Entstehungszeit sehr enge Belegung für Gehbehinderte keine geeigneten Wege bietet.
Bereits 1879 musste der Friedhof nach Süden hin erweitert werden. Breitere Wege und eine großzügigere Planung charakterisieren diesen Teil des Friedhofes - Alter Neuer Teil – genannt.
Die letzte Erweiterung erfuhr der Friedhof vor gut 50 Jahren.   Der Neue Teil liegt parallel zur Langen Straße. Geschwungene Wege und niedrige Eibenhecken machen das Besondere dieser Anlage aus.
 
Bereits 1880 bekam der Friedhof eine Leichenhalle, die in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts zur Friedhofskapelle umgebaut wurde und danach mehrfach  - zuletzt 2015 - den aktuellen Bedürfnissen angepasst wurde, um heutigen Trauerfeiern einen angemessenen und würdigen Rahmen bieten zu können.
Außer dem bereits vorhandenen großen Andachtsraum mit Platz für ca. 110-130 Personen und der Übertragungsmöglichkeit der Trauerfeier in den Außenbereich gibt es seit 2015 einen kleinen Trauerraum für ca. 20 Trauergäste.
 
Es sind Sanitäranlagen vorhanden, auch für Rollstuhlfahrer.
 
Gegenüber der Kapelle befindet sich ein größerer Parkplatz für Trauergäste; für Angehörige und Rollstuhlfahrer ist jeweils ein Parkplatz direkt an der Kapelle eingerichtet.
 
Da der Friedhof mitten in der Stadt liegt, hat er neben seiner Bedeutung als Ort des Trauerns und der Erinnerung auch die einer Grünen Lunge für Osterholz-Scharmbeck. Die Ruhe und die ökologische Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt – laut NABU - laden zu entspannenden und besinnlichen Rundgängen über unseren Friedhof ein.

 

Pflanzung einer Luther-Eiche

Zum Auftakt des Reformationsjubiläums am 31. Oktober 2016 wurde auf unserem Friedhof eine Luther-Eiche gepflanzt, die vor 10 Jahren, zu Beginn der sogenannten Reformationsdekade, aus dem Samen der Luther-Eiche in Polle an der Weser gezogen wurde.

Aufgegriffen wurde damit eine alte Tradition, die bis in die Zeit Luthers zurückreicht:

Im Jahr 1520 verbrannte Martin Luther in Wittenberg öffentlich die päpstliche "Bannandrohungsbulle", die den endgültigen Bruch mit dem Papst in Rom symbolisierte. Am Ort der Verbrennung wurde dann die erste Luther-Eiche gepflanzt.

Um Spaltung geht es bei der Pflanzaktion, die in vielen Gemeinden der Hannoverschen Landeskirche stattfand, nicht.

"Es entstehen Orte, die nachhaltig an das 500. Reformationsjubiläum erinnern", sagt Ulrich Wöhler, Superintendent des Kirchenkreises Holzminden-Bodenwerder, der gemeinsam mit dem Förster Andreas Kretschmer die Pflanzaktion ins Leben gerufen hat.

Die meisten der noch heute existierenden Luther-Eichen wurden im Jahr 1883 anlässlich des 400. Geburtstages von Martin Luther gepflanzt. Oft stehen sie auf Plätzen vor Kirchen oder an sonstigen zentral gelegenen Standorten. Aktuell gibt es in ganz Deutschland über 100 Luther-Eichen, 20 davon in der Hannoverschen Landeskirche.

Die allererste Luther-Eiche in Wittenberg wurde während der Freiheitskriege Anfang des 19.Jahrhundert von französischen Truppen gefällt - und später von den Wittenbergern durch eine Neupflanzung ersetzt.