Brot für die Welt

Nachricht 27. November 2021

Aktion Brot für die Welt 2021/2022 braucht Ihre Hilfe im Land Bangladesch

Genug zum Leben trotz Klimawandel

Die anstehende Aktion von Brot für die Welt, die am 1. Adventssonntag eröffnet wird, konzentriert sich während der kommenden zwei Jahre auf das Thema Klimawandel.

Nach der Unwetterkatastrophe im Rheinland, die viele Menschenleben kostete und ungeheure materielle Schäden verursachte, wächst bei uns die Sensibilität für das sich dramatisch verändernde Klima. Die Hilfsbereitschaft schien grenzenlos. Zeitweise schlossen die Behörden die Zuwegungen, weil die vielen Helfer sich gegenseitig im Wege standen und die professionellen Kräfte behinderten. Bund und Länder brachten ein finanzielles Hilfspaket auf den Weg, von dem die Menschen in Bangladesch nur träumen können. Ihr Land, das nur knapp über dem Meeresspiegel liegt, wird jährlich von Überflutungen heimgesucht.

In der Küstenregion von Bangladesch, in der das diesjährige Projekt der Aktion Brot für die Welt verortet ist, sind die Folgen des Klimawandels so heftig zu spüren wie in kaum einer anderen Gegend dieser Welt. Jedes Jahr rasen mehrere Wirbelstürme über das Land, gefolgt von Flutwellen, die Boden und Grundwasser versalzen. Auf den Äckern gedeiht kaum noch etwas. Die Fischer können immer seltener aufs Meer hinausfahren. Sie müssen sich verschulden, um zu überleben. Es mangelt an Wasser zum Trinken und zur Bewässerung der Felder. Die Frauen verbringen viele Stunden am Tag damit, zu den wenigen nutzbaren Brunnen zu laufen und Wasser nach Hause zu tragen.

Da die Armut immer größer wird, suchen viele Männer in den Städten nach Gelegenheitsarbeiten und verlassen ihre Familien. Dies hat vor allem Konsequenzen für die Mädchen: Weil die Mütter ihre Töchter schützen wollen, verheiraten sie diese noch früher.

Seit 2012 hilft die Christian Commission for Development in Bangladesh (CCDB), eine Partnerorganisation von Brot für die Welt, den Menschen in der Küstenregion, ihre Lebensweise an die veränderten Klimabedingungen anzupassen. „Davor haben meine Kolleginnen und Kollegen hier nur Nothilfe geleistet, Lebensmittel und Trinkwasser verteilt“, erklärt Direktorin Malakar. „Aber wir haben gemerkt, dass sich das Leben der Menschen so nicht wirklich verbessert.“

Eines der Projekte von CCDB befindet sich im Küstenort Charlathimara. Seit Wirbelsturm Sidr im Herbst 2007 das Land verheerte, kämpften die Menschen ums Überleben. Die Wende wurde durch salzresistentes Saatgut eingeläutet, das man zunächst einzelnen Frauen anvertraute. Vier Monate später wurde der erste Reis geerntet. Vor dem Haus installierte man Wassertanks mit einem Filter aus Sand, sodass immer sauberes und gesundes Trinkwasser zur Verfügung steht.

Die Mitarbeiterinnen von CCDB zeigten den Frauen, wie sie trotz des Salzes im Boden Gemüse anbauen können. Mit Hilfe von Würmern wird Kompost hergestellt, anschließend in Kisten und Säcke gefüllt, die aufgehängt und so vor künftigem Salzwassereintrag geschützt werden. In den so entstandenen „Hochbeeten“ werden täglich Okra- und Chilischoten, Sonnenblumenkerne, Auberginen, Spinat, Linsen und Bohnen für das Mittag- und Abendessen geerntet.

Die Erfahrung zeigt, dass die ausgewählten Frauen nach zwei Jahren in der Lage sind, ihre Kenntnisse an die Dorfgemeinschaft weiterzugeben. Allein schon die Tatsache, dass die Grundversorgung fortan gesichert ist, wirkt überzeugend. Außerdem wurde mit Hilfe von Brot für die Welt ein großes Haus aus Beton errichtet, das den Dorfbewohnern beim Herannahen künftiger Stürme Schutz bietet. Hier wird auch das wertvolle Saatgut aufbewahrt.

Ankreuzen Nr. 6 /2021

Ankreuzen Nr. 6 / 2021

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