Hochbaulicher Realisierungswettbewerb „Neues Begegnungszentrum Osterholz-Scharmbeck“ – Gewinner stehen fest!

Nachricht 19. Oktober 2021

Der Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck hat im Juni 2021 einen sogenannten „nichtoffenen einstufigen hochbaulichen Wettbewerb“ für den Bau eines neuen Begegnungszentrums ausgelobt.

Herausforderung der Wettbewerbsaufgabe war es, ein Gebäude für unterschiedlichste Nutzungen, die von öffentlichkeitswirksam bis diskret breit gefächert sind, an einer der prägnantesten Stellen im Stadtgrundriss in den Bestand zu integrieren.

Hintergrund: Der Ev.-luth. Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck beabsichtigt im Nahbereich der Kirche St. Willehadi in Osterholz-Scharmbeck ein Begegnungszentrum zu errichten. Aufgabe des Begegnungszentrums wird es sein, die vielschichtigen kirchlichen Angebote, die der Ev.-luth. Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck für die Menschen der Region bereithält, zu bündeln und sichtbar in der Innenstadt von Osterholz-Scharmbeck zu intergieren. Neben den kirchlichen Angeboten werden mit der Seniorenarbeit und dem Mehrgenerationenhaus auch städtische Angebote der gesellschaftlichen Teilhabe integriert. Der Wettbewerb steht im Zusammenhang mit einem vorgeschalteten städtebaulichen Realisierungswettbewerb, der von der Stadt Osterholz-Scharmbeck durchgeführt wurde und der eine übergeordnete Neuordnung des städtebaulichen Umfeldes rund um die Kirche St. Willehadi zur Aufgabe hatte. Die Ergebnisse des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs wurden in die Aufgabenstellung des Wettbewerbs „Neues Begegnungszentrum Osterholz-Scharmbeck“ integriert.

Am Dienstag, den 12. Oktober tagte das Preisgericht in einer ganztägigen Sitzung und beurteilte die Entwurfsbeiträge von 7 Architekturbüros. Im Rahmen der Preisgerichtssitzung wurden die Entwürfe von einer 9-köpfigen Jury bewertet, die mit Vertreter/innen des Kirche (Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck und Kirchengemeinde St. Willehadi), der Stadtverwaltung und Fachpreisrichter/innen besetzt war.

Wie geht es weiter?

Ab dem 1. November 2021 werden die Wettbewerbsbeiträge im Foyer des Rathauses öffentlich ausgestellt.

Die Präsentation der Wettbewerbsbeiträge erfolgt im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung am 30. November 2021, Ort: Ratssaal, Beginn der Sitzung: 16 Uhr.

1.Preis: Katja Pahl und Thomas Völlmar Architekten aus Hamburg

Gemeinsam mit ihren Stellvertreter/innen beurteilten sie die Entwürfe nach verschiedensten Kriterien und wählten – nach intensiver Diskussion – den Entwurf von Katja Pahl und Thomas Völlmar Architekten aus Hamburg zum Gewinner. Die Jury lobte den Entwurf als eine überaus gelungene Antwort auf die vielfältigen Anforderungen der Ausschreibung. Der Gewinnerentwurf hat zunächst vor allem aufgrund sehr gut durchdachter Grundrisse überzeugt. Die Platzierung des Offenen Treffs an der Ecke zur Kirchenstraße und die Anordnung des großen Saals zum neuen Kirchenplatz aber auch zur rückwärtigen Teichanlage, der „Raum der Stille“ und die hellen Erschließungsbereiche fanden in der Diskussion besondere Erwähnung. Der Entwurf fügt sich in seiner Körnung und Kleinteiligkeit gut in den städtebaulichen Kontext ein. Die zum neuen Platz ausgerichteten traufständigen Gebäudeteile mit ihren Vor- und Rücksprüngen interpretieren den Maßstab der Osterholz-Scharmbecker Innenstadt sehr gut. Die Gestaltung der Fassade mit ihren Details wurde zwischen den Jurymitgliedern kontrovers diskutiert ebenso wie die Gestaltung des Freiraums zwischen dem neuen Begegnungszentrum und der Kirche St. Willehadi – hier besteht Nachbearbeitungsbedarf.

2. Preis: Hilmes Lamprecht Architekten aus Bremen

Den zweiten Preis erhielt das Büro Hilmes Lamprecht Architekten aus Bremen. Der städtebaulich gelungene Entwurf ist klar zum neuen Kirchenplatz mit akzentuierter Ecke zur Kirchenstraße ausgerichtet. Durch einen Einschnitt in der Gebäudelänge im Bereich „Hinter der Kirche“ erhält der Neubau eine dynamische Form. Auch im Inneren des Gebäude hat der Entwurf überzeugt. Die relativ großen und langen, wenig lichtdurchfluteten Erschließungsbereiche sowie die Platzierung des „Raum der Stille“ im Obergeschoss wurden durch die Jury als ein „Manko“ des Entwurfs festgehalten.

Anerkennung: Kunst + Herbert Architekten aus Hamburg

Eine Anerkennung erhielt die Arbeit von Kunst + Herbert Architekten aus Hamburg. Der Entwurf hat interessante Ansätze. Die südliche Platzgestaltung ist gut ausgearbeitet, es gibt im rückwärtigen Bereich zugeordnete Freiräume und die Nutzungen im Inneren sind grundsätzlich gut platziert. Der Neubau wirkt jedoch sehr horizontal und die Fassade eher unruhig. Die Jury hat vor allem den Maßstab des Gebäudes kontrovers diskutiert.